Die Kinderarmut ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland, zumal sich das Problem während der Corona-Krise zunehmend verschärft. Die SPD will Familien und Kinder mehr stärken – die Kinderarmut intensiver bekämpfen.
Die Kinderarmut ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland, zumal sich das Problem während der Corona-Krise zunehmend verschärft. Die SPD will Familien und Kinder mehr stärken – die Kinderarmut intensiver bekämpfen.
Über ein Fünftel aller Kinder, das sind 21,3 Prozent oder 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, leben in Armut oder sind von ihr massiv bedroht. Am stärksten betroffen sind Kinder aus Haushalten von Alleinerziehenden – vor allem Mütter. Gemäß dem Statistischen Bundesamt gibt es derzeit etwa 2,2 Millionen alleinerziehende Mütter und rund 407.000 Väter. Besonders armutsgefährdet sind zudem Familien mit drei oder mehr Kindern und Familien mit Migrationshintergrund.
Die Altersarmut hat erhebliche Folgen fürs Aufwachsen und Wohlbefinden, für Bildung, gesellschaftliche Akzeptanz und Zukunftschancen der Kinder. Sie erleiden zusammen mit ihren Familien deutliche Nachteile hinsichtlich Mobilität, Freizeit und sozialer Teilhabe. Finanzielle Sorgen bestimmen den Alltag mit. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen verschlechtert sich die Situation weiter. Hart vor allem für die Benachteiligten ist: Die Kinder können ihre Freunde nicht treffen, nicht regulär in ihre Kindergärten oder Schulen gehen, sie dürfen nicht zu den Großeltern. Alle Beziehungen außerhalb der Kernfamilie sind gekappt.
Arme und derart betroffene Heranwachsende entwickeln häufiger negative Gefühle wie Angst und Hoffnungslosigkeit, was nicht selten ein aggressives Verhalten nach sich zieht. Darüber hinaus gilt: Kinder, die in Armut aufwachsen, sind öfter krank, ihre Entwicklung ist oft verzögert, sie erbringen schlechtere schulische Leistungen. Als Erwachsene sind sie stark armutsgefährdet.
Die Möglichkeiten der Eltern oder des alleinerziehenden Elternteils, dem etwas entgegenzusetzen, sind sehr begrenzt. Oftmals arbeiten sie nur in Teilzeit- oder Minijobs. Sie gehören zu der Gruppe, die als erste ihre Jobs verlieren, dann wenig bis kein Kurzarbeitergeld erhalten. Weggebrochen sind auch viele Unterstützungsangebote seitens staatlicher oder sozialer Einrichtungen. Corona-bedingt können sie nicht fortgesetzt werden. Muss noch mehr gespart werden, ist eine der ersten Maßnahmen, den teuren Kita-Platz zu kündigen.
Armut beeinflusst das Homeschooling ebenfalls wesentlich. Viele Kinder können nicht mitmachen, weil die notwendige technische Ausstattung sowie der für das ungestörte Lernen wichtige Rückzugsraum fehlen. 24 Prozent der Kinder im Grundsicherungsbezug haben keinen internetfähigen PC im Haushalt, 13 Prozent keinen ruhigen Platz zum Lernen, so eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung.
„Familien und Kinder bestimmen die SPD-Politik wesentlich“, sagt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Die Bundespolitikerin weiter: „Mit einer Kindergrundsicherung plant die SPD einen grundlegenden Wechsel in der Familienförderung. Das klare Ziel ist, die Kinderarmut abzuschaffen.“ Geht es nach dem Willen der Sozialdemokratin, soll es künftig für alle 17,8 Millionen kindergeldberechtigten Kinder und Jugendliche in Deutschland eine einfach zugängliche und verlässliche staatliche Leistung geben.
Weitere SPD-Konzepte sehen vor: Eine existenzsichernde Geldleistung bereitzustellen, gute und gebührenfreie Bildungsangebote sowie Mobilitätsangebote zu schaffen. „Es nutzt nichts, ein gutes Bildungsangebot zu haben, wenn es keine Verkehrsmittel gibt, um zum Bildungsort zu kommen“, erklärt Franziska Giffey.
Die Partei hofft auf das Superwahljahr 2021, das hinsichtlich der Umsetzung mehr Spielraum bringen soll. Bei der Umsetzung der Konzepte sollen die Wünsche und Bedürfnisse der betroffenen Heranwachsenden als Familienmitglieder und als Auszubildende entscheidend sein. Ferner wird als sehr wichtig angesehen, den verschiedenen Betroffenengruppen jeweils passende, keinesfalls stigmatisierende Lösungen anzubieten.
Dieser Artikel ist in der Februar-Ausgabe 2021 der SPD-Zeitung "Der Rote Ortenauer" erschienen.
Download: Der Rote Ortenauer, Ausgabe Februar 2021 als PDF (2528 KB)
Bild: Kelly Sikkema/Unsplash
07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen
03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen
01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen
27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen
30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung. Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen
Ein Service von info.websozis.de